Freitag, 10. Mai 2019

Air2030 Teil 2 - Boeing F/A-18E/F Super Hornet in Payerne (VD)

Evaluation NKF für die Schweizer Luftwaffe
Bilder:  Didier Ischi
Text:     Alexander Dietz 
            Didier Ischi

Ab dem Jahre 2025 soll ein neues Kampfflugzeug die in die Jahre gekommene F-5 Tiger und F/A-18 Hornet Flotte der Schweizer Luftwaffe ersetzen. Nach dem negativen Volksentscheid über den Saab Gripen-Kauf im Jahre 2014 und der aus technischen Gründen vermehrt sinkenden Verfügbarkeit der F/A-18 hatte der Bundesrat 2017 das VBS ermächtigt, die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge und Mittel zur bodengestützten Luftverteidigung im Umfang von maximal 8 Milliarden Franken zu planen. 
Im Januar 2019 haben fünf Kandidaten ihre Offerten für neue Kampfflugzeuge für die Schweizer Armee an armasuisse übergeben. Von April bis Juli 2019 werden die Jets auf dem Militärflugplatz Payerne (VD) einer Flug- und Bodenerprobung unterzogen. 

Fotos von der Boeing F/A-18E/F Super Hornet in Payerne sowie von der Evaluation Tiger Teilersatz TTE im Jahre 2008 in Emmen finden Sie zum Downloaden in unserer Datenbank.


Am Abend des 25. April 2019 landeten zwei Boeing F/A-18 E/F Super Hornet und ein McDD DC-10-40 Tankflugzeug von Omega Air aus Prestwick (Schottland) kommend auf dem Militärflugplatz Payerne.

Ankunft der Boeing F/A-18E/F Super Hornet BuNo169654 "250" und . . .

. . . Boeing F/A-18E/F Super Hornet BuNo169653 "251"


Omega Air Tanker McDD DC-10-40 N974VV mit Baujahr 1979

Der Super Hornet ist ein Mehrzweckflugzeug das Anfangs der 1990 Jahre für die US NAVY entwickelt wurde um die Abfangjägerrolle der Grumman F-14 Tomcats zu übernehmen. Die Super Hornet wurde im Laufe der Jahre ständig weiterentwickelt und soll mindestens bis ins Jahr 2033 produziert werden. Die Maschinen die der Schweiz zum Kauf angeboten werden, gehören zum Block III und verfügen unter anderem über eine grössere Reichweite und eine kleinere Radar Signatur. Die in Payerne getesteten Flugzeuge sind noch Block II. Die F/A-18E/F ist für 10'000 Flugstunden ausgelegt.
Ersetzt die Super Hornet ab 2025 die McDD F/A-18C Hornet?


U.S. Pilotin mit Schweizer Pilot

Trotz zahlreichen Verbesserungen in der Avionik und im Cockpit, bleibt die Schnittstelle zwischen Pilot und Flugzeug ähnlich der Hornet C/D. Schweizer Piloten konnten nach wenigen Simulatorstunden beim Hersteller schon während den Flugversuchen einen Einsatz im Vordersitz fliegen konnten.

Auch wenn die Silhouette der Super Hornet der CH-Hornet ähnelt, sind einige optische Unterschiede wie z.B. Triebwerkeinläufe, Luftbremsen oder die Abwesenheit von Strakes leicht zu erkennen. Auch ist sie 1,2m länger, 1,3m breiter und 18cm höher und die Flügelfläche wurde von 38m2 auf 46,5m2 vergrössert. Das Leergewicht ist mit 14,5t ganze 4 Tonnen höher als bei der C/D Version. Die internen Tanks fassen 6,6 Tonnen Treibstoff. Zusammen mit vier externen 480 gal Tanks können bis zu 12,5 Tonnen mitgeführt werden.

Das Flugzeug verfügt über ein Raytheon APG-79 AESA Radar, 11 Punkte für Aussenlasten und hat ein maximales Abfluggewicht von 30 Tonnen. Zwei Triebwerke des Typs General Electric F414-GE-400 mit je 62,3kN (97kN mit Nachbrenner) lassen die Maschine eine Geschwindigkeit von Mach 1.8 erreichen.
Lockheed Martin IRST21 Sensor integriert im Centerline Treibstofftank
Passives IR System für grosse Reichweiten

Targeting Forward Looking Infrared-System (AN/AAS-46 TFLIR)


Raytheon AIM-120C-7 AMRAAM

Laut Dan Gillian, F/A-18 Programm Manager bei Boeing, könnte die Schweizer Luftwaffe etwa 60% der Ausrüstung, Ausstattung und Arbeitsprozesse direkt von der F/A-18C/D übernehmen.  Nur wenige Prozesse bei Wartung und Unterhalt haben sich verändert, so dass eine Einführung in der Schweiz sehr leicht und kostengünstig wäre. Von allen Flugzeugen im Dienst der US Streitkräften zeichnet sich die F/A-18E/F durch die niedrigsten Betriebskosten aus da an Bord der Flugzeugträger ausfallende Komponenten schnell und unkompliziert getauscht werden müssen.

Neben den USA beschaffen Australien und Kuwait die Super Hornet für ihre Luftwaffen.



Ob der Bund für acht Milliarden Franken neue Kampfjets und Fliegerabwehrsysteme kauft, soll das Stimmvolk entscheiden. Die Typenwahl jedoch soll im Gegensatz zum Gripen-Entscheid, diesmal nicht beim Volk, sondern  in der Kompetenz des Bundesrates liegen.

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